Diese Seite war über zwei Jahrzehnte - unter dem gleichen Namen - die Informations- und Diskussionsplattform der 1991 von mir, Dieter Schenk und anderen in der damaligen Atomstadt Hanau gegründeten Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control e.V. (BCC). Der nach meinem Rückzug 2015 neu gewählte Vereinsvorstand  hat - zu meinem Bedauern - die Seite der Gründer, die ich zusammen mit dem langjährigen BCC-Geschäftsführer Manfred Strack entwickelt hatte – aufgegeben. BCC e.V. ist heute unter www.businesscrime.de online erreichbar.

 

Nun will der BCC-Vorstand auch noch die 1993 von mir gegründete und mehr als eineinahlb Jahrzehnt redigierte, hergestellte und versandte BCC-Zeitschrift ebenfalls eingestellen. Dies mit dem Argument, die Redakteure Victoria Knopp und Reiner Diederich könnten die Arbeit, die die Printausgabe nun einmal verlangt, nicht mehr leisten. Sie wollen die Artikel auf der neuen Website des Vereins veröffentlichen. Ich habe auf der außerordnetlichen Mitgliederversammlung der Einstellungder Printausgabe widersprochen. Mein Argument:Es wurden vom Vorstand keine ernsthaften Versuche unternommen, für die überlasteten Redakteure Nachfolger zu finden. Erst wenn sich herausstellt, dass niemand ein Interesse daran hat, diese wichtige und auch interessante Aufgabe zu übernehmen, ist es legitim, eine solche schwerwiegende, die Existenz des Vereins gefährdende Entscheidung zu treffen.

 

Es gab schon einmal einen Versuch, die gedruckte BIG einzustellen und die Beiträge ins Internet zu stellen. Ich hatte 2007 zum ersten Mal den Entschluss gefasst, mich aus dem Vorstand zurückzuziehen, um im Interesse des Weiterbestehens des Vereins Jüngeren Platz zu machen. Damals entwickelte der neue Vorsitzende mit seinem – ihm vom Verein gestellten - Referenten ein Konzept, das eindeutig von der Gründungsidee wegführte. Das kam vor allem darin zum Ausdruck, dass ohne Zustimmung der Vereinsmitglieder eine neue Website eröffnet und die bis dahin über viele Jahre aufgebaute von diesem Mitarbeiter mit einem Streich irreparabel zerstört wurde. Das hatten zuvor schon einmal Hacker versucht, aber nicht so gründlich, dass eine Rekonstruktion unmöglich gewesen wäre.

 

Diese 2007 vorgenommene Amputation eines wichtigen Standbeins von BCC stellte – zusammen mit anderen „revolutionären“ Entscheidungen - alle bis dahin geleistete Arbeit des Vereins in Frage. Das Rad sollte noch einmal neu erfunden und das Produkt mit einem neuen Etikett versehen und angeblich neuen Inhalten angereichert werden. Das Ergebnis war, dass die damals noch sehr aktive Gründergeneration rebellierte und ich die Führung des Vereins, die ich ja wegen des notwendigen Generationenwechsels abgegeben hatte, noch einmal übernahm. Der angerichtete Schaden – der vor allem die gute Vernetzung mit kritischen Journalisten und "Experten" betraf - konnte jedoch trotz größter Anstrengungen nie mehr wirklich behoben werden.

 

Die alte Website mit ihrer großen Zahl an Links zu rekonstruieren misslang. Deshalb sollte die Seite – so der Beschluss des neuen Vorstands - neu aufgebaut werden und (neben der vom vorigen neu eingeführten Website www.businesscrime.de, die der Grund war, dass die alte zerstört wurde) fortbestehen. Also wurde www.wirtschaftsverbrechen.de mit verändertem Design und auch einigen neuen Inhalten weitergeführt. Die Website www.businesscrime.de, die inzwischen eingeführt worden war, wurde also nicht wieder geschlossen, so dass ein Doppelportal entstand. Man konnte nun beide Seiten nebeneinander finden.

 

Die ältere Seite gab Auskunft über Geschichte, Kritik, Theorie und Praxis der kriminellen Ökonomie, wie dies ähnlich auch auf dieser nun von mir privat betriebenen Website fortgesetzt wird. Die neuere Seite war lange Zeit - obgleich die Hauptseite von BCC - eigentlich nur ein Terminkalender für die von BCC (zusammen mit der Frankfurter KunstGesellschaft) veranstalteten Matinées und deren Dokumentationen. Das ist sie noch, hat aber erfreulicherweise ihr Spektrum inzwischen erweitert. Das Programm der Matinee ist hoch interessant, bietet (meist von der früheren Rundfunkjournalistin des Hessischen Rundfunks, Ulrike Holler, jetzt zusätzlich auch von dem HR-Fernsehjournalisten Herbert Stelz moderierte) Gespräche mit verschiednen Experten über einen bunten Strauß im weitesten Sinne sozialpolitischer oder sozialpsychologischer, gelegentlich auch kunst- und kulturpolitischen Themen.

 

Ein Portal zur Diskussion und Entwicklung theoretischer Grundlagen zur kriminellen Ökonomie ist diese BCC-Seite nicht. Dies war mein Motiv, die alte Seite privat weiterzuführen.

 

Sowohl in den Matinee-Veranstaltungen noch in der Zeitschrift BIG-Business Crime, die 2018 im 25. Jahrgang erscheint, nun aber auch nicht mehr als Printausgabe erscheinen soll, spielen theoretische und wissenschaftskritischen Fragen zum Theme Wirtschaftsverbrechen nur eine untergeordnete Rolle. Zentrale BCC-Themen waren aber über mehr als zwei Jahrzehnte kritische Analysen von Wirtschaftsverbrechen, Konzernverbrechen, Organisierter Kriminalität, Geldwäsche, Politikerkauf, Justizkritik etc. Auch in den Matinee-Veranstaltungen spielen diese Themen kaum noch eine Rolle. Die für die Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen, die BIG-Redakteure, haben andere Interessenschwerpunkte und deshalb das Alleinstellungsmerkmal nicht nur von BIG, sondern auch der BCC-Website defacto aufgegeben. Insofern war es – auch wenn ich es falsch fand - konsequent, dass der neue Vorstand, nachdem ich mich ein zweites Mal zurückgezogen hatte, die Seite www.wirtschaftsverbrechen.de abgestoßen hat. Immerhin war so viel Interesse an der Sache verblieben, dass man mir die Domain überlassen hat.

 

Diese Website www.wirtschaftsverbrechen.de, die nun von mir betrieben und verantwortet wird, ist vor allem gedacht für Nachwuchswissenschaftler, die den Mut haben, sich mit diesem Themenkomplex zu befassen und Ansätze sowie Anregungen  suchen, die aus Gründen, die in den Texten auf dieser Website immer wieder aufgegriffen werden, an den meisten Universitäten und Fachhochschulen nicht geboten werden. Wer im Internet nach Informationen über Wirtschaftsverbrechen sucht, wird staunen, dass er außer über Business Crime Control kaum etwas finden wird, das nicht selbst wieder kommerzielle Interessen (Verkauf von Sicherheit und anwaltliche Hilfsangebote) verrät. Ganz wenige Universitäten weisen das Fach Wirtschaftskriminologie aus. Eher schon findet man butterweiche Angebote zur Wirtschaftsethik.

 

Es gibt allenfalls eine Handvoll Theoretiker (Politikwissenschaftler, Soziologen, Politökonomen, Wirtschaftskriminologen, Gewerkschaften, Studierende etc.), die sich für die kriminalisierten Teile des  Wirtschaftslebens, die ich als kriminelle Ökonomie bezeichne, interessieren. Aber viel zu wenige, obgleich es inzwischen einen weltweiten, einen globalisierten, Untergrundkapitalismus gibt. Und dies in allen Branchen, allen Wirtschaftszweigen. Nicht nur in der Bau-, Auto- und Chemiebranche (die auch die Pharmabranche repräsentiert), sondern auch in den Bereichen Banken und Versicherungen sowie soziale und ökologische Dienstleistungen. Die Zahl der Opfer und die materiellen Schäden sind kaum noch überschaubar. Daher ist diese Website auch für Betroffene, Aktivisten und engagierte Bürgerinnen und Bürger zivilgesellschaftlicher Gruppen, Organisationen und Bewegungen von herausragendem Interesse.

 

Wer also dieses Portal betritt, befindet sich auf der von mir privat zu verantwortenden Plattform zum Thema Wirtschaftsverbrechen und wird hoffentlich viele Anregungen mitnehmen, sich vielleicht auch selbst verstärkt mit dem immer wichtiger werdenden Thema Wirtschaftskriminalität, Organisierte Kriminalität, Korruption, Umwelt- und Wissenschaftskriminalität (um nur einige Schwerpunkte herauszugreifen) befassen. Vielleicht können Sie, könnt Ihr, sehr geehrte Nutzer, ja auch meine Arbeit unterstützen, nicht finanziell, sondern durch konstruktive Kritik. Die Seite ist im Aufbau und hat noch sehr viele Lücken, die die interessierten Nutzer sicher bald entdecken und mir aufzeigen werden. Auch darüber hinaus bin ich für sachdienliche Informationen und Hinweise auf etwaige Fehler sehr dankbar.

 

Wie man sich anhand dieser Website in das Thema einarbeitet, finden Sie, findest Du, unter dem Text „Einführung“.