Wann immer man den modernen Liberalismus beginnen lässt,es ändert nichts an der Tatsache, dass er seine historischen Höhepunkte jedesmal dort erreicht, wo es dem aufgeklärten Bildungs- und Besitzbürgertum gelingt, den mittelalterlichen Feudalismus, die gottesstaatliche Ständeordnung, zu stürzen und den absolutistischen Gesetzgeber durch ein gewähltes Parlament zu ersetzen. Die Historiker sprechen von bürgerlichen Revolutionen.An deren Anfang stehen die Zerfallserscheinungen der mittelalterlichen Gottesstaaten. Sie beginnen schon mit den Kreuzzügen, die dem schleichenden Niedergang der christlichen Ordnung entgegenwirken sollten.

Einer der Faktoren, die diesen Niedergang bewirkten, war der seit dem 6. Jahrhundert im nahen Osten erstarkende Islam. Er war - weil er viel jünger und auch moderner, weltoffener als das schon ein halbes Jahrtausend bestehende und längst zur Staatsreligion verkommene Christentum war - anfangs durchaus keine antijüdische und auch keine antichristliche Bewegung. Es war vielmehr eine - gegenüber orthodoxen und katholischen Christen vergleichsweise liberale, das heißt, auch gegenüber den antiken "heidnischen" wie gegenüber den diese inzwischen christianisierten Gesellschaften tolerante Weltanschauung. 

Die Wirtschaftsordnungen im nahen Osten waren zur Zeit des entstehenden Islam feudalistisch, die Weltanschuung der in diesem Raum lebenden Völker war überwiegend christlich-orthodox. Daran haben die religiösen Lehren des Kaufmanns und Propheten Mohammend nichts geändert. 

 

Diese Seite ist noch in Bearbeitung!